UNTERLEINLEITER – Der Hals des Rehs ist zerbissen, am Bauch klafft eine große Wunde. Es sind keine schönen Bilder, die sich den Jägern der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd bieten, wenn Hunde in ihren Revieren jagen.
Deshalb rufen sie Hundebesitzer auf, ihre Vierbeiner im Wald anzuleinen bzw. ihren Auslauf einzuschränken. Denn gerade im Winter können die Wildtiere keine Energie entbehren, die ihnen eine Hetzjagd durch einen Hund beispielsweise kosten würde.
Die meisten Wildtiere leben jetzt von den Futterreserven, die sie sich im Herbst angefressen haben, und damit quasi auf einer niedrigeren Energiestufe als im restlichen Jahr. Wenn sie in dieser Verfassung ein Hund hetzt, benötigen sie mehr Energie, als sie im Moment überhaupt vorrätig haben.
„Da braucht es gar nicht erst zu einem Biss kommen. Selbst wenn der Hund irgendwann auf der Hatz vom Reh ablässt, kann es so geschwächt sein, dass es nach dem schnellen und für ihn überaus stressigen Lauf stirbt“, sagt Klaus Philipp, Leiter der Hegegemeinschaft Leinleitertal Jura Süd.
Die Jäger der Hegegemeinschaft bitten die Besitzer von Hunden, ihre Tiere im Wald anzuleinen. Denn immer wieder beobachten sie in ihren Revieren Hunde, die Wildtiere hetzen. „Gegen den natürlichen Jagdtrieb eines Hundes kann man fast nichts machen. Nur intensives und regelmäßiges Training kann hier helfen, den Hund besser im Griff zu haben“, sagt Philipp.
Meistens stoßen die Jäger mit ihren Bitten auf Verständnis und die Hundehalter nehmen ihre Vierbeiner an die Leine. Doch manche wollen sich beim Spaziergang nicht einschränken und reagieren trotzig – und riskieren damit nicht nur einen Bußgeldbescheid, sondern auch das Leben ihres Hundes. „In unseren Revieren kreuzen viele Straßen die Wälder, Wiesen und Felder. Bei einer Hetzjagd kann es leicht passieren, dass der Hund von einem Auto erfasst wird“, sagt Philipp.
Bußgelder bekommt, dessen Hund erkennbar ein Stück Wild hetzt oder die frische Spur des Wildes verfolgt. In diesem Fall hat der Jagdausübungsberechtigte theoretisch sogar das Recht, das Tier zu erschießen. „So weit kommt es aber in den allermeisten Fällen nicht. Schließlich haben viele Jäger bei uns in der Hegegemeinschaft auch einen oder sogar mehrere Hunde und wissen, wie sehr der Tod eines geliebten Vierbeiners schmerzen kann“, sagt Philipp.







3 comments
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Mittwoch, 7. Februar 2007 um 00:36
Peter Viereck
Sie haben ganz Recht. Kein Jäger will auf Hunde und Katzen schießen, die anderswo geliebte Haus- und Kuscheltiere sind. Aber andererseits will auch niemand das grausame Ergebnis einer solchen Hetzjagd zu Gesicht bekommen. Mancher Hunde- oder Katzenhalter wäre entsetzt, wozu seine Lieblinge in der Lage sind. Und er hätte Mitleid mit den geschundenen Wildtieren, kein Zweifel. Ich kann daher nur alle Hunde- und Katzenhalter um Verständnis gegenüber Jägern und Tierliebe zum Wild auffordern. Es grüßt aus Würzburg, P. Viereck
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