Heroldsbach – Der Parkplatz in Schloss Thurn voller Geländewagen, im Romantiksaal dominiert grünes Loden und leuchtende Dirndl, auf der Bühne prangt ein Hirschgeweih, die Tische sind mit buntem Herbstlaub und Nüssen geschmückt: Klarer Fall, hier feiern Jäger. Die Kreisgruppe Forchheim im Landesjagdverband Bayern (BJV) hatte vergangenes Wochenende zur Hubertusfeier 2008 eingeladen. Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, BJV-Bezirkspräsident für Oberfranken, rief den Waidfrauen- und männern in Erinnerung, dass sich die Jagd im Wandel befinde.

„Jagd entwickelt sich immer weiter und muss sich dabei an den gesellschaftlichen Entwicklungen orientieren“, sagte Wunderatsch. Als Beispiel führte er das Vegetationsgutachten auf: Ein Thema, das immer wieder emotional gehandhabt wird, wie er betonte. Gerade hier ist viel Verständnis gefragt – seitens des Forsts, der Jagdgenossen und natürlich der Jäger selbst. Die Waidfrauen- und männer sollten sich nicht nur als „Anwälte des Wilds“ verstehen, sondern eine ganzheitliche Verantwortung übernehmen – für Wild und Wald. Wunderatsch erinnerte jedoch auch daran, dass ein Gutachten eine Entscheidungshilfe sei, aber keine Vorgabe. Gutachten dürfen nicht pauschalisiert werden.

Säue schmatzen im Mais

Die offene Diskussion mit allen Partnern rund um Wild und Wald sei nicht nur Ziel führend beim Thema Vegetationsgutachten, sondern auch bei der Wildschweinplage. „Jäger müssen hier als verlässliche Partner der Bauern auftreten“, sagte Wunderatsch. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass die Jagd auf Wildschweine schwierig sei: „Wie oft schon bin ich nachts angesessen und habe die Säue im Mais genüsslich schmatzen hören. Dagegen machen konnte ich aber nichts“, erinnerte sich der oberfränkische Bezirkstagspräsident. Gesehen hat er letztendlich kein Schwein.

Durch den gestiegenen Maisanbau sind die Jäger in der Pflicht – schließlich zahlen sie für den Schaden an den landwirtschaftlichen Flächen. Ein Fakt, der sich vielerorts schon auf die Pachtpreise für eine Jagd niederschlägt. Wunderatsch warb jedoch auch bei den Bauern um Verständnis: Zwischen dem Maisfeld und dem Wald solle eine zumindest kleine Schneise frei bleiben – so habe der Jäger eine reelle Chance, die Sauen zu schießen und die Wildschweinplage einzudämmen.

Ehrung für langjähriges Ehrenamt

Für viele der anwesenden Jäger ist das vermehrte Aufkommen der Wildschweine kein Novum. In 25 oder gar 65 Jahren als Jäger hat man schließlich schon viel gesehen. Für die langjährige Verbandszugehörigkeit und das Engagement für Wild und Wald ehrte Helmut Zenker, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Forchheim, die Jubilare.

Fotos der Veranstaltung gibt es bald hier zu sehen!